Altchristlicher Hymnus zur Einheit der Christen
Kirche, spring auf voll Freude, Katholische du über das ganze Rund der Erde,
führe den Reigen deiner Kinder, die hier versammelt sind in eins!
Schleudere weg die armseligen Fetzen der Trennung,
leg dir um das nahtlose Gewand der Einheit im Glauben!
Nicht mehr sollst du der Nachbarn Gespött sein,
und die Völker im Umkreis sollen deiner nicht mehr höhnen und lachen.
Aus ist die Zeit, wo dich ein verächtliches Nichts nannten die Menschen,
die gottlos sind und ohne Sinn für deine Mysterien.
Als ob nicht du allein besäßest das Geschenk der Apostel,
das ganze und unversehrte Geheimnis der gläubigen Lehre!
...
Die Propheten konnten gleichsam nicht schweigen von deiner heiligen Berufung,
und ihr weissagendes Wort war die Morgengabe von deinem Geliebten
in vorweggenommener Vermählung.
Die Apostel sind deine Diakone mit evangelischem Wort,
und in deine Hürde holen sie heim die Schafe, die zersprengt waren in alle Welt.
Die Väter der Kirche wahrten dir in heiligem Schweiß
und klarer Gleichheit der Lehre die Einheit, die niemand zerreißen kann.
Die Märtyrer alle haben in strömendem Blut bis zum Tod die Treue gewahrt
und besiegelt, dass einzig in dir felsharte Wahrheit ist.
Nun trägst du den Kranz aller Heiligen
und mit tausendmal tausend der seligen Geister ziehst du daher im Triumph.
Künde nun, künde von der Schönheit des Bräutigams,
der dich gerufen vom Wahn der Idole in sein wunderbar heiliges Licht,
bekenne frohlockend den Glauben an Christus
und seinen urewigen Vater
und seinen gleichgöttlichen Heiligen Geist,
sage, o Kirche, und singe:
Ehre sei Gott und Lob von nun an bis in ewige Ewigkeiten. Amen.
Aus dem Lied des Epiphanius von Catania (8. Jhdt. n. Chr.) nach dem Bildersturm
(zitiert nach H. Rahner, Mater Ecclesia, Einsiedeln 1944, S. 84-85) |